Spielsucht-Ruecklaeufig-150×150

In Deutschland ist die Glücksspielsucht rückläufig

Zuerst einmal eine gute Nachricht zu Beginn: Die Zahl der glücksspielsüchtigen Menschen in Deutschland ist seit 2009 leicht rückgängig.

Dieses geht aus dem aktuell veröffentlichten „Jahrbuch sucht 2017“ hervor, dass von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen – DHS – veröffentlicht wurde. Allerdings stammen diese „neuesten“ Zahlen aus dem Jahr 2015 und sie geben an, dass bei 0,42 % der deutschen Bevölkerung ein „Problematisches Spielverhalten“ vorliegt. Das sind rund 241.000 Menschen und bei 0.37 % ist ein „pathologisches Spielverhalten“ vorhanden, was 215.000 Menschen somit betrifft.

Allerdings gehen vergleichbare Studien von 100.000 bis 300.000 Spielsüchtigen hierzulande aus. 2012 wurde in der Prävelenzstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – BzfA – noch von folgenden Zahlen ausgegangen: 0,49 % Spielsüchtige und 0,51 % mit einem auffälligen Spielverhalten.

Doch im Vergleich zu den Spaniern, den Schweden oder auch den angloamerikanischen Ländern, sind die Deutschen keine großen Spielernaturen. Denn in diesen Ländern sind inzwischen ein bis drei Prozent spielsüchtig oder weisen zumindest ein problematisches Spielverhalten auf.

Die Spielindustrie erzielt satte Umsätze

Doch nun die „schlechte“ Nachricht, denn die Umsätze der Glücksspielindustrie steigen jährlich. 2015 konnten die Spielhallen einen Umsatz von 40,3 Milliarden Euro verzeichnen und das stellt einen satten Anstieg von 3,9 % dar.

Von rund 72 % der Spieler, die an Spielsucht leiden, wird an den rund 300.000 Geldspielautomaten gezockt, die in den Kneipen und Spielhallen aufgestellt sind. Von den Experten ist es genau diese Art des Glücksspiels, das im Übrigen Umsätze von 25,3 Milliarden Euro erzielt hat, das sie als das mit dem höchsten Suchtpotenzial bezeichnen. Dieser Umsatz stelle einen Zuwachs von 2,7 % zu 2014 dar. Vor allem weil es die Süchtigen gibt, klingeln die Kassen des legalen deutschen Glücksspielmarktes. Denn von den wenigen Gelegenheitsspielern, die hier und da einen Euro in den Geldspielautomaten stecken, bei einem Glas Bier in der Kneipe, wird kein Aufsteller reich.

Der Geschäftsführer der DHS, Dr. Raphael Gaßmann kritisiert, dass die Politik der Glücksspielautomaten nicht im Gesundheitsministerium entschieden wird, sondern im Wirtschaftsministerium. Er stimmt der Haltung der Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) beim Thema Glücksspiel zu. So soll von der Bundesregierung einfach das umgesetzt werden, was von den Drogenbeauftragten seit Jahren gefordert wird: Die Spielverordnung von 2006 zurücknehmen, ein Verbot für Glücksspielwerbung und die Abschaffung der Geldspielgeräte in den leicht zugänglichen Orten, wie bspw. Gaststätten oder Autobahnraststätten.

Zu viele Spielautomaten und zu hohe Verluste

Gaßman erklärt, dass sich die Situation für die Betroffenen seit der Novellierung in 2006 extrem verschlechtert habe. Denn es gäbe zu viele Spielautomaten, die zudem viel zu aggressiv sein, hohe Verluste mit sich brächten und die Spiele viel zu schnell vorbei seien. Zwar sei ein Einsatz von 20 oder 40 Cent nicht viel, doch in einer Stunde kann sich das ganz schnell zu 140 Euro summieren. Zudem sei auch der fehlende Jugendschutz ein Problem, denn es könne niemand gewährleisten, dass kein Minderjähriger an einem Geldspielautomaten in einer Kneipe sitzt.

Vor allem die hohe Anzahl der Hartz-IV Empfänger bereitet dem Geschäftsführer der DHS Sorgen, die ihr ganzes Geld auf diese Weise verzocken. Denn wer spielt, der ist bereits schon arm. Der DHS steht in Kontakt mit den Ämtern, von denen die Klage kommt, dass besonders in den Vierteln, wo die Sozialschwachen leben, viel zu viel Spielhallen existieren. Somit fließe die staatliche Unterstützung direkt in die Spielhallen und ist damit verloren.

Ein genaues Porträt der Spielsüchtigen, wie sie in den Suchtberatungsstellen und Wartezimmern von Psychologen und Psychotherapeuten zu finden sind, wurde in einer groß angelegten Studie zur Pathologie des Glücksspiels von der DHS 2013 gezeichnet. So ist der typische süchtige Glücksspieler um die 30 Jahre alt, männlich und eher sozial schwach gestellt. Zudem hat er bereits mehrere Jahre an Glücksspiel hinter sich. Die weiteren Merkmale: Verschuldung, häufige Straffälligkeit und psychische und psychosomatische Störungen.

Die Menschen mit Migrationshintergrund

Bei rund einem Viertel der Betroffenen besteht neben der Spielsucht auch noch eine weitere Abhängigkeit und hier ist die Anzahl der Menschen, die einen oder sogar mehrere Selbstmordversuche hinter sich haben alarmierend. Bei den Spielsüchtigen liegt die Anzahl derjenigen, die suizidgefährdet sind deutlich höher als bei anderen Süchtigen.

Zudem bereitet den Forschern und Suchtberatern noch eine weitere Zahl Sorgen: Denn 65 % der Betroffenen haben laut der repräsentativen Page-Studie zufolge einen Migrations-Hintergrund. Es spielen immer mehr junge Flüchtlinge und für viele von ihnen ist die Spielhalle auch zugleich ein Kulturtreff. Dort darf man rauchen, der Kaffee ist umsonst und man kann Freunde treffen. Doch das dieser Gratiskaffee sie oftmals ruinieren kann, dass merken viele der jungen Männer viel zu spät. Zudem besteht das Problem, dass die Angebote der Suchthilfestellen noch nicht auf sie zugeschnitten sind, des es gibt viel zu wenige Suchtberater, die Arabisch oder Türkisch sprechen. Aber auch die Hemmschwelle, die eigene Abhängigkeit einzugestehen ist bei vielen einfach noch zu hoch.

Die Verantwortung für diese derzeitige Situation liegt laut Raphael Gaßmann vor allem bei der Regierung. Er appelliert an die Regierung, dass endlich das getan wird, was die Drogenbeauftragten fordern: Weniger Geräte, keine Werbung und zudem die Rücknahme der Spielverordnung. Wenn das geschähe, dann wäre ein wichtiger Schritt getan.

Gauselmann erhielt strenge Auflagen von der NRW-Datenschutzbehörde

Derzeit werden in den Ladenlokalen der nordrhein-westfälischen Innenstädte erstmalig High-Tech-Videokameras installiert. Mit diesen sollen Eingangskontrollen vorgenommen und die Gesichter aller Kunden gescannt, erkannt und ausgewertet werden. Nach Gesprächen mit der NRW-Datenschutzbehörde hat der Spielhallen-Betreiber Gauselmann strenge Auflagen mit der Zustimmung für die „Face-Check“-Installation erhalten.

82 Filialen werden mit „Face-Check“ ausgerüstet

Die Gauselmann-Gruppe will noch in diesem Jahr 82 Filialen an Rhein und Ruhr mit „Face-Check“ ausstatten. Darunter werden sich je fünf in Essen und Düsseldorf befinden, drei in Duisburg und jeweils zwei in Bielefeld und Dortmund. Bereits im Einsatz sind die Systeme in Düsseldorf und Bielefeld, wie es vonseiten des Gauselmann Sprechers Maria Hoffmeister heißt.

Die biometrische Eingangskontrolle dient nach der Aussage von Gauselmann dazu, die Spieler zu erkennen, die an krankhafter Spielsucht leiden und die gegen sich selbst ein Spielverbot verhängt haben. Zudem identifizieren die Systeme auch junge Gesichtszüge, da es den unter 18-Jährigen verboten ist, die Spielhallen zu betreten. Mit den Kameras sollen so 99 %, derer erkannt werden, die zu jung sind. Nach dem Scannen werden die Personen im Alter unter 25 Jahren zielgerichtet angesprochen und in einem persönlichen Gespräch über die Risiken aufgeklärt, die das Glücksspiel mit sich bringt.

Jeder Besucher, der die Spielhalle betritt, wird gescannt. Es werden eindeutige digitale Gesichtsmuster erstellt, bei denen es sich um sogenannte Templates handelt. Dabei handelt es sich oftmals um Merkmale, die sich selbst aufgrund der Mimik nicht verändern, wie beispielsweise die Kanten der Augenknochen oder auch die Seitenpartie des Mundes. Die erfassten Gesichtsmuster werden dann mit den Templates verglichen, di ein der bundesweiten Sperrdatei hinterlegt sind. Sollte es zu einem Treffer kommen, dann wird der Zutritt durch ein Ampelsystem an der Sperrschranke verwehrt. Ein nicht auffälliges Gesichtsmuster wird innerhalb von 30 Sekunden gelöscht, heißt es von Gauselmann.

Datenschützer sehen das „Face-Check“-System kritisch

Die Datenschützer aus NRW sehen den Einsatz dieser Kameras mit der biometrischen Gesichtserkennung kritisch. Der Sprecher des Landesdatenschutzbeauftragten Daniel Strunk äußerte zudem, dass die Freiheit, sich in der Öffentlichkeit anonym zu bewegen mit dieser Technik zerstört werden kann. Zudem mache die dauerhafte Kontrolle es möglich, sich genau darüber ein Bild zu machen, wo sich eine konkrete Person wo und wann aufgehalten hat. So würde beispielsweise für den Einsatz dieser Technik selbst bei der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung keine Rechtsgrundlage bestehen. Aber dennoch ist die Landesbehörde der Auffassung, dass die Firma Gauselmann mit dem vorgelegten Face-Check-System, das in NRW zum Einsatz kommt, eine datenschutzgerechte Lösung für die Eingangskontrolle von Spielhallen vorgestellt wurde. Das würde jedoch nur unter der Voraussetzung funktionieren, dass neben der Beachtung der Löschfristen, die aufgenommenen Bilder nun in Templates verwandelt werden dürfen und auch keine Weitergabe an Dritte erfolgt oder eine Verknüpfung mit sonstigen Daten.

Der Einsatz ist eine Premiere

Das Face-Check-System, dass Gauselmann gemeinsam mit dem Dresdner Unternehmen Cognitec entwickelt hat, stellt eine Premiere bei dem Espelkamper Glücksspiel-Unternehmen dar. Die biometrischen Kontrollen finden bisher an Rhein und Ruhr nicht statt, weder durch Behörden noch durch private Stellen. Allerdings wird von der Bundespolizei, dem Bundeskriminalamt und der Deutschen Bahn unter der Regie des Bundesinnenministeriums ein Testlauf im Sommer auf dem Berliner S-Bahnhof Südkreuz geplant.

Außerdem denkt der Espelkamper Spielhallen-Betreiber auch über den Einsatz von Gesichtsscannern an den Spielautomaten nach, sofern sich die Prototypen, die sich derzeit in Arbeit befinden, sich als brauchbar erweisen. Allerdings scheint es bisher unklar zu sein, ob die Datenschützer bei dieser Variante mitspielen werden. In Face-Check sehen die Espelkamper nur Vorteile. So seien in Baden-Württemberg, wo das System bereits stärker im Einsatz sei und das auf einer klaren rechtlichen Grundlage, bereits 180 Spieler abgewiesen worden, die sich selbst gesperrt haben.

 

Diese Spielautomaten kannst du um Spielgeld 100% legal spielen jederzeit!

Hinterlasse uns einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert